Foto: Nghia Le (www.unsplash.com)

 

Spirituelles Wachstum steht in der modernen Zeit vielen geistigen Herausforderungen gegenüber. In einer Welt, die durch Macht, Geld und Einfluss bestimmt wird, spirituell wachsen zu können, stellt für viele eine regelrechte Herkules-Aufgabe dar. Wir Menschen sind von modernen Technologien wie Computer, Smartphone und Internet stark abhängig und lassen oft unsere ganze Aufmerksamkeit von den Medien und sozialen Netzwerken in Beschlag nehmen.

Als Folge davon werden unsere Vorstellungen und Erwartungshaltungen negativ beeinflusst. Unser Selbstwertgefühl und unsere Selbstwahrnehmung werden durcheinandergebracht und verzerrt.

Aber wie können wir ein gesundes Gleichgewicht zwischen den materiellen und geistigen Aspekten unseres Lebens hinbekommen?

 

 

Spirituelles Wachstum ist gleichbedeutend mit der Fähigkeit, nach innen schauen zu können

 

Um überhaupt spirituell wachsen zu können ist es notwendig, nach innen zu schauen. Für das „nach innen schauen“ gibt es in der Psychologie einen passenden Begriff, die Introspektion.

Eine Introspektion geht weit über das hinaus, dass man einen Tag, eine Woche oder einen Monat oberflächlich Revue passieren lässt. Bei einer Innenschau geht es darum, über Deine Gedanken, Deine Gefühle, Deine Überzeugungen und Deine Motivation zu reflektieren.

Fragen zur Selbst-Reflexion könnten z.B. so aussehen:

Welche Erfahrungen habe ich gemacht? Welche Entscheidungen habe ich darauf hin und aus welchen Gründen getroffen? Hat mich jemand dabei negativ beeinflusst? Wie sehen meine Beziehungen zu anderen Menschen aus? Wer hat warum meine Knöpfe gedrückt? Welche Gefühle hat das bei mir ausgelöst? Welches Verhalten von mir ist kontraproduktiv und hat bei anderen einen Schaden angerichtet? Was kann ich in Zukunft daran ändern?

Selbst-Beobachtung ist reine Übungssache. Wenn wir Selbst-Beobachtungen regelmäßig anwenden, wird unsere Fähigkeit, in der Mitte zu bleiben geschult und geübt. Die zwei wichtigsten Grundvoraussetzungen für eine Selbst-Beobachtung sind allerdings der Mut und die Bereitschaft, sich der Wahrheit zu stellen und NICHT unsere Handlungen im Nachhinein zu beschönigen oder anderen die Schuld dafür zu geben.

Hier noch drei wichtige Hinweise für eine gelungene Selbst-Beobachtung:

  • Sei objektiv
  • Verzeihe Dir selbst
  • Konzentriere Dich darauf, was Du in Zukunft besser machen könntest

 

 

Spirituelles Wachstum ist gleichbedeutend mit der Entwicklung unserer Potenziale und Fähigkeiten

 

Wie oft lesen wir Schlagworte wie „Lebe Dein Potenzial!“ oder „Lebe Deine Fähigkeiten!“. Nur das größte Problem dabei ist, dass viele gar nicht wissen, welche Potenziale sie überhaupt besitzen. Wer als Kind immer wieder zu hören bekam, „Du kannst das nicht“ oder „Du schaffst das nicht“ wird bestimmt eine andere Einstellung dazu besitzen als jemand, der von seinem Umfeld positiv gefördert wurde.

Über geeignete Coaching-Fragen oder eine astrologische Analyse kann zwar einiges über unsere Potenziale und Fähigkeiten herausgefunden werden, aber nicht immer wird das von Klienten auch angenommen. Als Astrologin habe ich es schon öfters erlebt, dass gewisse Potenziale und Fähigkeiten entweder heruntergespielt oder als absurd abgestempelt wurden.

Der menschliche Geist und unsere Einstellung zu ihm bestimmen im Grunde, ob wir unser Potenzial leben oder nicht. Religion und Wissenschaft weisen recht unterschiedliche Ansichten zu Fragen über den menschlichen Geist auf. Während vor allem die buddhistische Religion den Menschen als spirituelle Wesen ansieht, der nur vorübergehend auf der Erde leben, betrachtet die Wissenschaft den Geist nur als eine Dimension eines Individuums.

Unser Glaube, unsere Werte- und Moralvorstellungen, unsere Regeln und unsere gute Taten liefern sozusagen den „Bauplan“, um das Wachstum unseres geistigen Wesens zu gewährleisten. Aus psychologischer Sicht können wir uns nur selbst verwirklichen, wenn wir es schaffen, unsere Potenziale in die Realität umzusetzen.

Die amerikanischen Psychologen William James und Abraham Maslow haben sich intensiv mit den menschlichen Bedürfnissen und Motiven auseinandergesetzt. Von Herrn Maslow stammt die berühmte Maslowsche Bedürfnishierarchie (Bedürfnispyramide).

Die erweiterte Version aus dem Jahr 1970 ist folgendermaßen aufgebaut:

Quelle: PNG by Philipp Guttmann, SVG by Jüppsche [Public domain], via Wikimedia Commons https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Erweiterte_Bed%C3%BCrfnishierarchie_(1970)_nach_Maslow.svg

 

Wie wir aus dieser Übersicht entnehmen können, hängt unser spirituelles Wachstum eng mit anderen Bedürfnissen zusammen. Und entgegen von vielen spirituellen Falschbehauptungen, dass NUR die Transzendenz in unserem Leben wichtig wäre, sollten wir nicht vergessen, dass wir menschliche Wesen sind und dadurch menschliche Bedürfnisse besitzen. Erst wenn wir unsere grundlegenden physiologischen und emotionalen Bedürfnisse befriedigt haben, sind wir in der Lage, uns um die nächsten (geistigen) Stufen kümmern. Unsere Selbstentwicklung ist auch dann erst abgeschlossen, wenn wir alle Stufen erreicht haben.

 

 

Spirituelles Wachstum bedeutet nach einem Sinn zu suchen

 

Religionen wie das Christentum, das Judentum und der Islam, die an die Existenz Gottes glauben, sehen den Sinn des Lebens darin, dem Schöpfer (Gott) zu dienen.

Dagegen gehen mehrere psychologische Theorien davon aus, dass wir es letztendlich selbst sind, die bestimmen, woraus der Sinn unseres Lebens besteht.

Ganz egal ob wir nun glauben, dass unser Leben vorherbestimmt ist oder ob wir alles selbst bestimmen können, um spirituell wachsen zu können, müssen wir anerkennen, dass wir nicht bloß nur (körperlich) existieren.

Zum Zeitpunkt unserer Geburt haben wir keine Ahnung über den Sinn des Lebens bzw. haben diesen vergessen. Aber je älter wir werden gewinnen wir durch die Erfahrungen mit Menschen und Situationen wertvolles Wissen und Weisheit. Sobald wir anfangen, uns mit dem Sinn unseres Lebens zu beschäftigen, stellen wir fest, dass wir hinderliche Glaubenssätze entfernen und positive Glaubenssätze fördern müssen.

Der Sinn unseres Lebens sollte meiner Meinung nach darin bestehen, dass wir uns als Ziel setzen, unsere emotionalen und intellektuellen Potenziale zu nutzen, um zu dem Menschen zu werden, den wir laut unserem Seelenplan sein könnten.

 

Menschen, die keinen Sinn in ihrem Leben sehen und sich keine Ziele setzen, sind wie Schiffe, die auf hoher See dahin driften….

 

 

Spirituelles Wachstum bedeutet, die All-Verbundenheit (an) zu erkennen

 

Die meisten Glaubensrichtungen betonen, dass wir mit der ganzen (belebten wie unbelebten) Schöpfung verbunden sind. So nennen wir andere Menschen “ Brüder und Schwestern „, auch wenn keine direkte Blutsverwandtschaft besteht. Außerdem sprechen die Religionen, bei denen Gott im Mittelpunkt steht, von einer besonderen Verbundenheit zwischen dem Menschen und einem höheren Wesen.

Auf der anderen Seite steht die Wissenschaft, die auf unsere Verwandtschaft zu anderen Lebewesen aufgrund der Evolutionstheorie verweist. In ökologischen Systemen können wir den Zusammenhang und die Interaktionen zwischen lebender und unbelebter Natur sehr gut nachvollziehen.

In der Psychologie dagegen gehört das Verbundenheitsgefühl zu den Charakteristika der (Selbst-) Transzendenz, dem höchsten menschlichen Bedürfnis nach Maslow.

 

Wenn wir…

  • … die Verbindung zu allen Dingen anerkennen, sollten wir eigentlich Demut fühlen und respektvoll mit Menschen, Tieren und der Natur umgehen. Es sollte dazu führen, dass wir alles um uns herum mehr zu schätzen wissen.
  • … uns richtig mit dem Universum verbunden fühlen, verhalten wir uns ganz anders als ein unbewusster Mensch.
  • … uns verbunden fühlen, trauen wir uns aus unserer Komfortzone heraus, und gehen ganz anders mit anderen Menschen und unserem Schicksal um.

 

Spirituelles Wachstum ist ein Prozess, der Tag für Tag stattfindet. Manchmal gewinnen wir, manchmal verlieren wir…

Aber das wichtigste ist, dass wir aus diesen Erfahrungen lernen und wissen, dass spirituelles Wachstum möglich ist.

 

In diesem Sinne,

pass gut auf Dich auf!

 

Liebe Grüße

Maren

 

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